Nahrungsaufnahme bei älteren Blässhuhn-Küken

In den ersten zwei Lebenswochen nehmen die Küken fast überwiegend Nahrung auf, die ihnen von den Eltern angeboten wird. Die Küken sind zwar in der Lage, selbst kleine Teile von Pflanzen von der Wasseroberfläche zu picken, aber sie können noch nicht tauchen. So sind sie darauf angewiesen, dass die Eltern ihnen nahrhaftes Futter von unterhalb der Wasseroberfläche heraufbringen. Ab der dritten Lebenswoche können die Küken bereits ein wenig tauchen. Sie machen dazu keinen Kopfsprung, wie die ausgewachsenen Blässrallen, sondern sie tauchen lediglich aus der Schwimmlage heraus Kopf und Brust  unter Wasser. Auch gehen sie schon an Land, um dort Gras zu fressen. Dennoch sind sie noch stark an die Eltern gebunden, die ihnen immer noch häufig Futter anbieten. Ab der vierten Lebenswoche sind sie schon in der Lage, mit einem Tauchsprung unter Wasser zu gehen. Sie tauchen für vier bis fünf Sekunden und der gesamte Bewegungsablauf unterscheidet sich kaum von dem der ausgewachsenen Blässrallen.
Trotz dieser Selbstständigkeit nehmen sie gegenüber den Eltern immer noch ab und zu die „Bettelhaltung“ mit dem vorgestreckten Kopf ein. Die Eltern sind aber nicht mehr so stark geneigt, darauf einzugehen. Manchmal bieten sie den Küken noch Futter an, manchmal ignorieren sie auch diese Bitt-Geste.

Eine besonders kuriose Beobachtung, machte ich gestern an der Alster: Ein etwa drei Wochen altes Küken ergatterte ein Stück Toastbrot. Einer der Elternteile, riss dem Küken das Toastbrot aus dem Schnabel. Ich ging davon aus, dass die erwachsene Blässralle das Toastbrot nun selber fresen wollte. Aber weit gefehlt: Sie schwamm zu dem Küken, dem sie das Brot weggenomen hatte und bot ihm genau dasselbe Stück Brot mit der typischen auffordernden Kopfhaltung an. Das Küken nahm das Brot aus dem Schnabel der Eltern-Blässralle und verspeiste es. Strenge Sitten: offensichtlich wird nur gegessen, was Mama oder Papa auf den Tisch bringen!

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Über blesshuhn

ehrenamtliche Mitarbeiterin für den Arbeitskreis an der Vogelschutzwarte Hamburg
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