Blässhuhn Hedwig ist wieder da!

Es war im letzten Winter 2009/2010, dass ich am Eppendorfer Mühlenteich die Bekanntschaft eines sehr zierlichen Blässhuhns machte. Es schien eine verheilte Verletzung am Hals zu haben und der Kopf war fast nackt, weil überall die kleinen Federn fehlten. Diese Blässralle war nicht beringt, aber an ihren Gefiederproblemen konnte ich sie eindeutig von allen anderen unterscheiden. Ich nannte sie Hedwig. Wie ich später erfuhr, war Hedwig zu diesem Zeitpunkt ein diesjähriger Jungvogel. Das konnte  man an den dünnen schwarzen Beinen und dem hell schimmerndem Bauch erkennen. Regelmäßig besuchte ich Hedwig, um sie zu füttern. Hedwig wurde sehr zutraulich und lief sofort auf mich zu, sobald sie mich sah. Besonders gern kuschelte sich zwischen meine Schuhe. Der Federausfall am Kopf wurde von Woche zu Woche schlimmer und auch am Nacken verlor sie Federn. Irgendwann im Laufe des Winters sah ich sie nicht mehr. Ich nahm an, dass sie gestorben war.

Winter 2010/2011: Aber Blässrallen sind zäher als man denkt! Seit zwei Wochen begegne ich am Eppendorfer Mühlenteich immer wieder einer kleinen unberingten Ralle mit dunklen Beinen, die vorjährig sein könnte. Sie hat einen Streifen von Federwachstumsstörungen am Hals, wie die kleine Hedwig sie hatte. Der Kopf ist allerdings normal befiedert. Aber auch vom Verhalten her, erinnert sie stark an Hedwig. Sie ist sehr zutraulich, ohne aber dabei an den Hosenbeinen zu zerren oder an der Tasche zu picken, wie manche anderen Blässrallen das tun. Immer wieder suchte sie auf ganz ruhige Weise Kontakt zu mir und frisst aus der Hand. Als sie sich heute schließlich zwischen meine Schuhe kuschelte, war ich mir sicher: Das kann nur Hedwig sein! Sie hat den letzten Winter lebend überstanden. Natürlich ist sie gewachsen und erfreulicherweise sind die Federn am Kopf wieder da. Am Hals hat sie wahrscheinlich eine Verletzung, die unter dem Gefieder verborgen ist und dafür sorgt, dass das Gefieder dort wie eingeschnitten aussieht.

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Über blesshuhn

ehrenamtliche Mitarbeiterin für den Arbeitskreis an der Vogelschutzwarte Hamburg
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