Blässhuhn-Partnerschaft im Wandel: W28 und P71

Ein besonders interessantes Paar lebt zur Zeit am Kuhmühlenteich. Es handelt sich um P71 und W28.

Zur Vorgeschichte von W28 : Bereits im Alter von einem Jahr verpaarte sich W28 erstmals. Sie wählte dabei den „Witwer“ O48. O48 hatte im Jahr zuvor sein Weibchen verloren, mit dem er drei Jahre lang zusammen erfolgreich gebrütet hatte. Es war an einer Angelschnurverletzung gestorben.

Partnerschaft von W28 und O48: Anfang Juli 2010 hatten die beiden zwei rotköpfige Pulli. Die Kleinen wurden nur zwei Wochen alt. Sie starben bei einer Botulismusepidemie, die zu dieser Zeit am Kuhmühlenteich herrschte. Eines der Küken lag tot auf dem Nest. Beide Partner pickten vorsichtig daran herum und machten einen etwas ratlosen Eindruck. In den folgenden beiden Wochen bauten W28 und O48 weiter an ihrem Nest. Es schien so, als ob sie noch einmal einen zweiten Brutversuch wagen wollten. Anfang August stellten sie aber dann die Nestbauaktivitäten ein. Sie blieben dennoch als Paar zusammen. In der letzten Augustwoche verschwand O48 plötzlich spurlos. Eventuell ist er auch dem Botulismustoxin zum Opfer gefallen, denn er wurde seitdem nicht wieder gesehen.

Partnerschaft von W28 und P71: Anfang September kam es zu dann einer Neuverpaarung von W28 mit P71. Dieser Zeitpunkt ist bemerkenswert, da die Brutsaison nun eindeutig zu Ende war. Von P71 war bislang noch keine Partnerschaft dokumentiert worden. Im Jahre 2009 gehörte er zu den Nichtbrütern. Die beiden „Neuvermählten“ schwammen zusammen durch den Kuhmühlenteich und tauschten unter einer Weide ab und zu Zärtlichkeiten (Kopfkraulen) aus. Sie waren ein dominantes Paar am Ostteil des Kuhmühlenteiches und hielten das ehemalige Revier von W28 und O48 weiter besetzt.

W28 und P71 wieder vereint im Februar 2011

Trennung im Winter: Im November bildete sich am Kuhmühlenteich ein Wintertrupp mit 100 bis 150 Blässrallen. In diesem Trupp lebten auch P71 und W28. Dabei war aber nicht erkennbar, ob sie noch ein Paar bildeten. In so einem großen Trupp leben die Blässrallen dicht gedrängt und wuseln ständig durcheinander. Paare sind dabei so gut wie nie eindeutig zu erkennen. Anfang Dezember war W28 plötzlich am Kuhmühlenteich verschwunden. Ich fand sie dann nach langer Suche  in einem ganz anderen Wintertrupp an der Binnenalster wieder. Von Dezember 2010 bis Mitte Januar 2011 lebten die Beiden in diesen völlig unterschiedlichen Trupps. Die beiden Eislöcher liegen mehrere Kilometer weit auseinander und der Wasserweg war vollständig vereist.

 

Wiederbegegnung des Paares und Revierbesetzung: Am 20. Januar 2011 war es dann soweit: W28 kehrte an den Kuhmühlenteich zurück. Seitdem sind die beiden wieder eindeutig als Paar zu erkennen. Sie schwimmen und fressen zusammen, sie bedrohen andere Paare und sie sind dabei, sich ein Revier am Ostteil zu erobern. Spannend wird es sein, die Geschichte von P71 und W28 weiter zu verfolgen. Werden sie dieses Jahr Bruterfolg haben? Werden sie ein stabiles Paar, das mehrere Jahre zusammen bleibt?

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Über blesshuhn

ehrenamtliche Mitarbeiterin für den Arbeitskreis an der Vogelschutzwarte Hamburg
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