Blässhühner: Auflösung der Brutreviergrenzen – aber nicht bei allen!

Bei meinen Rundgängen am Kuhmühlenteich und um die Außenalster in den letzten Wochen, stellte ich fest, dass viele Blässhuhn-Familien ihre Brutreviergrenzen nicht mehr verteidigen. Exemplarisch feststellen konnte ich das bei der Familie von T84 an der Außenalster West, Südteil. In deren ehemaligem Brutrevier tummelte sich ein Trupp von ca. 15 Blässrallen aller Alterstufen. Es waren adulte Mausergäste aus anderen Gewässern dabei, aber auch viele Juvenile. Die Familien ließen sich nicht mehr eindeutig zuordnen. T84 und Unberingt, die ihr Revier sonst energisch verteidigt hatten, nahmen das völlig gelassen hin. Ihre Juvenilen sind mit fast zwei Monaten auch schon ausgewachsen.

Umso überraschter war ich, direkt bei den Nachbarn von T84 ein ganz anderes Verhaltensmuster zu sehen. T13 und Unberingt haben zwei große Juvenile, aber noch ein kleineres Küken aus einer Zweitbrut. Sie nutzen ihr Nest noch als Ruheplatz für das Küken. Was ihre Reviergrenzen betrifft, verstehen sie keinen Spaß. Anbei zwei Bilder von einer solchen harten Auseinandersetzung an der Reviergrenze von T13.

Einige hundert Meter weiter am Südende der Außenalster, Ost fand ich ein ganz ähnliches Bild. Ein Blässrallenpaar verteidigte entschieden sein Brutrevier. Als ich mein Fernglas zur Hand nahm, um mir das Treiben genauer anzuschauen, entdeckte ich auf einem Nest drei rotköpfige Pulli. Hier handelte es sich wohl um ein Nachgelege, das die Fürsorglichkeit und Kampfbereitschaft der Adulten weckte.

Am Kuhmühlenteich geht es ganz ähnlich zu. Zwei Unberingte Familien haben ihre Brutreviergrenzen aufgelöst. Ihre Juvenilen sind schon recht selbstständig. Sie unternehmen große Ausflüge quer über den Teich und sind kaum noch ans Revier gebunden. Eine große Kampfbereitschaft legen dagegen die Familien P71 + W28 und W27 + Unberingt an den Tag. P71 + W28 haben zwei kleine Pulli aus einem Nachgelege. W27 + Unberingt haben bereits fünf große Juvenile, die fern vom Nest herumschwimmen. Zusätzlich haben sie aber auch ein kleines Pullus aus einem Zweitgelege, das sie hüten, wie einen Augapfel.

Das Fazit, das man aus diesen Beobachtungen ziehen kann:
1. die Brutreviergrenzen werden fast überall in den Hamburger Gewässern aufgelöst
2. Ausnahme sind die Familien, die noch kleine Juvenile oder Pulli aus Zweit- oder Nachgelege haben.

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Über blesshuhn

ehrenamtliche Mitarbeiterin für den Arbeitskreis an der Vogelschutzwarte Hamburg
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