Blässhühner: Revierverhalten und Partnerschaft nach der Brutzeit

Die meisten jungen Blässrallen sind jetzt ausgewachsen. Zum größten Teil haben sie sich von ihren Familien gelöst. Teilweise schwimmen sie in anderen Gewässern, teilweise halten sie sich noch in der Nähe der Adulten auf, werden aber nicht mehr gefüttert. Das Verhalten der Blässrallen-Paare, deren Kinder das Brutrevier verlassen haben, ist in vielfacher Hinsicht  sehr unterschiedlich:

1. Verlassen des Brutreviers: Einige der Blässrallen-Eltern haben ihr Brutrevier verlassen. So ist z.B. S65 vom Haynspark an die Außenalster-Nord umgezogen, auch W72 zog vom Brutrevier im Haynspark an die Außenalster-Süd, wo sie sich einem größeren Trupp anschloss. Ob ihr unberingtes Männchen und ihre unberingten Juvenilen mitgekommen sind, konnte ich nicht überprüfen. Im Trupp befanden sich auch diesjährige Juvenile. S65 hat keine Juvenilen mitgenommen und hat sich darüber hinaus neu verpaart – aber davon später. Einige derjenigen, die ihr Brutrevier verlassen haben, schlossen sich mittelgroßen Trupps von 5 – 30 Blässrallen an. Andere sind nur als Paar unterwegs. 

2. Weiterer Aufenthalt im Brutrevier: Alle diejenigen, deren Juvenile noch nicht ganz ausgewachsen sind, verbleiben im Brutrevier. Darüberhinaus gibt es auch Paare, die weiterhin  im Bereich des ehemaligen Brutreviers zu finden sind, obwohl die Juvenilen das Revier verlassen haben. Diese Paare verteidigen energisch den Ort gegen Eindringlinge. Beispiele wären dafür O42 und Unberingt am Alster-Seitenarm, V04 und Unberingt an der Außenalster-Ost und bis letzte Woche auch noch W27 und Unberingt am Kuhmühlenteich. Das Revierverhalten, das diese Paare zeigen, richtet sich interessanterweise nur gegen andere Blässrallen und gegen Teichrallen. Enten und Haubentaucher werden im Revier nicht verfolgt. Trupps im Brutrevier: Besonders stressig ist es für solche Blässrallen, in deren Revier sich ein kleiner Trupp gebildet hat. So ist T84 zwar noch in ihrem Revier, dort halten sich aber auch einige andere Blässrallen ständig auf. T84 ist immer wieder dabei, ihre/ seine Dominanz zu beweisen.

4. Partnerwechsel: bei einigen Paaren ließ sich eindeutig ein Partnerwechsel nachvollziehen. Leider gelingt ein solcher Nachweis nur bei doppelt beringten Paaren, so dass ich nichts darüber sagen kann, wie häufig dieses Verhalten ist. Viele Paare bestehen aus einem beringten und einen unberingtem Partner. Einen Partnerwechsel, kann ich dann nicht erfassen. Also ein paar Einzelfälle: S65 war in der Brutzeit mit Unberingt verpaart und zog mit ihr erfolgreich drei Pulli groß. Dann wechselte er den Aufenthaltsort und wurde in den letzten zwei Wochen immer in Begleitung von W19 gesehen, die vorher ebenfalls einen unberingten Partner hatte. Ob W19 erfolgreich gebrütet hat, ist nicht bekannt. Der zweite Fall ist O94, die im Sommer mit Unberingt sechs kleine Blässhühner aufzog. Bei der letzten Ablesung am 30.08. war sie mit NU6 unterwegs. Sie befand sich dabei nicht mehr im Brutrevier. NU6 wurde im Frühjahr ebenfalls mit anderen Partnern gesehen und zwar mehrmals mit Unberingt und einmal mit P42. 

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Über blesshuhn

ehrenamtliche Mitarbeiterin für den Arbeitskreis an der Vogelschutzwarte Hamburg
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