Sylvester: Blässhühner und Umwelt

Ein Rückblick auf Sylvester 2011: Der letzte Winter war sehr hart. Blässhühner lebten zu Hunderten eingeschlossen von Eis in einigen wenigen Wintertrupps in Hamburger Gewässern. Als wollten sie diesen deprimierenden und beengten Lebensbedingungen trotzen, stürzten sie sich um so begeisterter in die Sylvesterfeierlichkeiten. Da Blässhühner grundsätzlich gegenüber alkoholischen Getränken skeptisch sind, kam es kaum zu Abstürzen. Umso mehr investierten Hamburger Blässhühner aber in Böller, Raketen und Feuerwerk anderer Art. Hier ein Foto von NU9, der besonders laute Kracher abfeuerte. „Es macht einfach Spaß“, sagte er. „Menschen erschrecken sich und laufen weg.“
Die Folgen dieser Exzesse wurden dann am nächsten Tag deutlich sichtbar. Überall auf dem Eis und an den Uferböschungen lagen durchweichte Hülsen von Feuerwerkskörpern herum. Die Blässhühner schien das allerdings nicht zu stören. Hier sieht man die Blässralle V47, wie sie am 01.01.2011 gemütlich ihr Frühstück am Eilbekkanal einnimmt. Zwischen ihren Füßen befindet sich noch der Müll der vergangenen Nacht.

Diese Zustände führten zu Besorgnis bei den Naturschutzverbänden und bei den zuständigen Hamburger Behörden. Es erging daher Anfang Dezember 2012 von den Bezirksämtern Mitte und Wandsbek ein Aufruf an die Hamburger Blässhühner, in diesem Jahr die Gewässer nicht so stark zu verschmutzen. „Ein Blässhuhn – ein Knaller“ unter diesem Motto steht nun die kommende Sylvesternacht 2011/2012.
Blässhühner unterzeichneten mit der Stadt Hamburg einen Kontrakt, in dem sie sich verpflichteten, nur jeweils einen Feuerwerkskörper pro Individuum zu zünden. Diese vorbildliche Bereitschaft zum Kompromiss macht wieder einmal deutlich, dass Blässhühner sehr soziale und verträgliche Wesen sind. Anbei ein Gruppenfoto der Delegierten, die diesen Kontrakt unterzeichnet haben. Hamburgs Blässhühner wünschen in diesem milden Winter allen geflügelten und ungeflügelten Lebewesen einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

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Über blesshuhn

ehrenamtliche Mitarbeiterin für den Arbeitskreis an der Vogelschutzwarte Hamburg
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