Blässhuhn-Reviere in einem milden Winter

In den Wintern 2009/2010 und 2010/2011 war aufgrund der niedrigen Temperaturen ein Großteil der Gewässer in Hamburg vereist. In diesen Zeiten sammelten sich Blässhühner in Trupps von 100 – 200 Exemplaren an Stellen unter Brücken und an anderen Gebieten im Stadtgebiet, an denen das Wasser offen war. Da die Außenalster wochenlang vereist war, mussten die Paare, die an der Außenalster gebrütet hatten, ihre Brutreviere verlassen. In diesem milden Winter nun kam es zu keiner Vereisung der Gewässer. Trotzdem bildeten sich kleinere Wintergesellschaften. Im Bereich der Außenalster war das zum Beispiel vor Schwanenwik (30-50 Ex.) und in der Nähe der Kennedybrücke (ca. 40 Ex.) der Fall. Auch im Eichenpark bei der Krugkoppelbrücke war meistens ein Trupp von ca. 30 Exemplaren vor Ort.

Sobald in den vorausgegangenen beiden Wintern Tauwetter einsetzte, versuchten einige Blässhühner aus den Wintertrupps ihre alten Brutreviere aus dem vorausgegangenen Sommer wieder zu besetzen. Dies gelang in einigen Fällen, in anderen Fällen gelang es nicht, aufgrund von Revierkonkurrenz durch andere Blässhühner. Siehe hierzu auch den Artikel über das Revier Mundsburger Brücke  (bitte anklicken) und die Revierverteilung am Kuhmühlenteich (bitte anklicken).

Im Frühling und Sommer 2011 waren nun die Brutreviere an der Außenalster folgendermaßen mit beringten Blässhühnern besetzt: 

Zum Vergrößern das Bild bitte anklicken.

Nach Abschluss der Brutperiode verließen viele Blässrallen ihre Brutreviere. Sie schlossen sich einem der Trupps an oder pendelten zwischen verschiedenen Gewässerabschnitten hin und her. Trotz des milden Wetters hat bislang kein verfrühter Kampf um die Brutreviere angefangen. Bemerkenswert ist allerdings, dass ein Teil der Brutpaare an der Außenalster ihr Brutrevier überhaupt nicht verlassen haben. Bei den Brutpaaren am südlichen Teil der Außenalster verwundert das eher nicht, da sich hier sowieso ein Wintertrupp befindet. Die Paare aus diesen Revieren haben sich dem Wintertrupp Kennedybrücke angeschlossen. Wie die Übersicht zeigt, halten sich aber auch einige andere Paare direkt in ihrem ehemaligen Brutrevier auf: so z.B. an der Außenalster Ost V04 und Unberingt, N11 und Unberingt, und P28 hat seine Partnerin und sogar noch ein vorjähriges Juveniles bei sich. An der Außenalster West haben O42 und Unberingt ihr Revier ebenfalls nicht verlassen. V47 sah ich diese Woche sogar auf dem alten Brutnest in der Nähe der Krugkoppelbrücke ruhen. Die Partnerin NU1 war allerdings nicht dabei. Hier sehen Sie einen Überblick über die beringten Blässhühner, die ihrem Revier aus dem Vorjahr auch im Winter 2011/2012 treu geblieben sind.
Zum Vergrößern das Bild bitte anklicken.
Es scheint also so zu sein, dass nicht alle Blässhühner das Bedürfnis verspüren, sich einem Trupp anzuschließen. Warum aber nun einige Brutpaare den Ort wechseln und ein kleiner Teil im Revier bleibt, dazu habe ich bislang keine Hypothese. Vielleicht hat eine(r) der LeserInnen dazu eine Idee.

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Über blesshuhn

ehrenamtliche Mitarbeiterin für den Arbeitskreis an der Vogelschutzwarte Hamburg
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