Tod an der Alster: Blässhuhn N29!

Am 26. Oktober 2012 machte eine aufmerksame Hamburger Spaziergängerin einen grausigen Fund in der Nähe der Außenalster: Im Theresienstieg etwa auf der Höhe der Hausnummer 13 fand sie die Leiche eines Blässhuhns. Sie alamierte die Polizei und die Tierkadaverentsorgung. Mutig näherte sie sich dem verstorbenen Blässhuhn und fertigte ein Tatortfoto an. Äußere Verletzungen konnten nicht festgestellt werden. 

Foto: Uschi Dorke

Über die Todesursache können also nur Mutmaßungen angestellt werden. Ein Blick in den Lebenslauf von N29 legt nahe, dass N29 eventuell einfach an Altersschwäche gestorben ist.   Beringt wurde N29 vor fast genau sechs Jahren, am 08. Oktober 2006. Der Beringer war Simon Hinrichs und der Beringungsort die Außenalster Ost. Zum Zeitpunkt der Beringung war dieses Blässhuhn bereits ausgewachsen. So konnte das Alter nicht genau bestimmt werden. Das bedeutet, dass N29 zum Zeitpunkt seines Todes mindestens 9 Jahre alt, möglicherweise aber auch erheblich älter war. Blässhühner können maximal bis zu 20 Jahre alt werden. Auf jeden Fall hat N29 somit ein gutes Lebensalter erreicht.

Auch musste dieses Blässhuhn auf Elternfreuden nicht verzichten.  Im Juli 2009 beoabachtete Kai Dallmann die Blässralle N29 mit unberingtem Partner und zwei kleinen Blässhuhn-Nachkömmlingen. Die meisten Ringablesungen von N29 erfolgten im Laufe der Jahre an der Binnenalster. Interessant sind hier aber die Zeiten, in denen keine Ablesungen erfolgten: In den Jahren 2008, 2011 und 2012 gibt es keine Daten von N29 aus den Sommermonaten. Das spricht dafür, dass er in dieser Zeit ein Brutrevier besetzt hatte, zu dem Spaziergänger keinen unmittelbaren Zugang haben. Möglich wäre ein Revier an einem Kanal in Hamburg, der an einem Privatgrundstück vorbeiführt. Man kann also davon ausgehen, dass N29 auch in diesen Jahren gebrütet hat. Sobald seine Küken selbstständig waren, ließ er sich dann wieder an der Binnenalster blicken.
Auch wenn wir nicht wissen, ob N29 mit seinem Leben glücklich war: aus Blässhuhnsicht kann man sagen, dass N29 ein langes und erfülltes Leben hinter sich hat.

Meldungen beringter Vögel
Sollten die Leserinnen und Leser auch das Glück haben, in Hamburg und Umgebung ein beringtes Blässhuhn zu sehen, so können Sie dies an folgende Adresse mitteilen: mabo3000@web.de. Sie erhalten dann umgehend die Beringungs- und Wiederfunddaten von mir.
Grundsätzlich können Sie beringte Vögel an die Vogelwarten Helgoland, Radolfzell und Hiddensee melden. Hier die Verbindung für Norddeutschland:
 http://www.ifv-vogelwarte.de/index.php?id=101
eine andere Möglichkeit ist die Meldung über EU-Ring: http://blx1.bto.org/euring/lang/pages/rings.jsp?country=DE

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Über blesshuhn

ehrenamtliche Mitarbeiterin für den Arbeitskreis an der Vogelschutzwarte Hamburg
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Eine Antwort zu Tod an der Alster: Blässhuhn N29!

  1. blesshuhn schreibt:

    Nachtrag: Uwe Robitzky machte mich darauf aufmerksam, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass ein Wildtier an Altersschwäche stirbt. Ohne eine genaue Untersuchung, kann man nichts über die Todesursache aussagen.

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