Blässhuhn-Bruthilfe – Innovation in Hamburg

Diese Möwe heißt Annegret Schwing. Sie überwacht kontinuierlich das Geschehen an der kleinen Alster in Hamburg. Da am Rathausmarkt viele Touristen vorbeischlendern, die die Wasservögel füttern und fotografieren, hat sie eine hohe Verantwortung für ihr Gebiet. Zum einen sollen Übergriffe von Seiten hungriger Schwäne auf Touristen unterbunden werden, zum anderen soll beim Fotografieren ein Mindestmaß an Brothonorar für die Modelle gezahlt werden. 

Kleine Alster_20130701_013Frau Schwing kennt das Geschehen an der Kleinen Alster in- und auswendig. So ist ihr auch bekannt, dass seit vielen Jahren das Blässhuhnpaar T15 und sein unberingtes Weibchen auf den Bohlen vor der Rathausschleuse brütet. Die Beiden haben leider kaum Bruterfolg, weil ihre kleinen Küken kurz nach dem Schlüpfen aufgefressen werden. Es ist nicht bekannt, ob überwiegend Möwen, große Fische oder gar Touristen hier ihre Finger im Spiel haben. Dies führt dazu, dass das Blässhuhnpaar immer wieder Nachgelege produziert. Bis zu viermal in einer Brutperiode widmen sie sich einem neuen Gelege. Auch in diesem Jahr wurden die Küken aus dem ersten Gelege bereits gefressen.  Nun haben sich die beiden aber etwas ganz besonderes einfallen lassen. Für ihr Nachgelege verwenden Sie einen Brutschlauch.

Kleine Alster_20130701_015Blässhuhn T15 meint dazu: „Diese neue Errungenschaft ist sehr praktisch. Die Plastikhülle schützt vor Dauerregen und vor zu großem Wärmeverlust. So oft wie meine Frau und ich auf den Eiern sitzen, kann ein bisschen Komfort wirklich sehr hilfreich sein. Ein schneller Zugriff aus der Luft auf Eier oder Küken wird durch die Hülle wirkungsvoll verhindert. Wir empfehlen diese Bruthülle der Firma ALKEDA allen Blässhühnern, die viele Nachgelege bebrüten müssen. Sie kostet nicht mehr als 20 Teichmuscheln und ist ihren Preis allemal wert!Kleine Alster_20130701_019z

„Zuerst war ich skeptisch“, sagte Annegret Schwing. „Aber inzwischen sehe ich, wie wohl sich das Blässhuhnpaar beim Brüten fühlt. Für die Touristen ist das natürlich auch eine Attraktion. T15 und sein Nest sind in der letzten Woche viel beachtet worden und lösten häufig engagierte Diskussionen unter Wasservögeln und Menschen aus. Unsere Hansestadt Hamburg hat eben immer die Nase vorn bzw. den Schnabel   im Wind!

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Über blesshuhn

ehrenamtliche Mitarbeiterin für den Arbeitskreis an der Vogelschutzwarte Hamburg
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