Teichhühner als Bodyguards

Das Leben unter Wasservögeln wird mit dem anbrechenden Frühling ernst und gefährlich. Insbesondere Enten und Gänse sind immer wieder in Schlägereien mit Rivalen verwickelt. Zwar ist es noch etwas zu früh zum Brüten, aber die Hormone schlagen bereits hohe Wellen. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Revieranwärtern, brutalen Kämpfen und lautem Thriumphgeschrei der siegreichen Partner eines Gänse-Paares.

Manche Gänse fühlen sich unsicher. Sie haben zu oft gesehen, dass es bei diesen Streitigkeiten zu Verletzungen und Todesfällen kommen kann. So auch dieses Paar am Goldbekkanal, in der Nähe des Goldbekplatzes. „Wir setzen auf Deeskalation“, erzählte das Männchen. „Leider gibt es immer wieder Ganther, die von einer friedlichen Regelung der Revieransprüche nichts wissen wollen.“

Teichhühner beschützen ein Grauganspaar am Goldbekkanal

Teichhühner beschützen ein Grauganspaar am Goldbekkanal

Wenig bekannt ist, dass  die zierlichen Teichhühner hervorragende Beschützer sind. Sie wurden von diesem Gänsepaar als Bodyguards engagiert und begleiten das Pärchen überall hin. Teichhühner sind wachsam, mutig und aufgrund ihres zarten Körperbaus in der Lage sofort aus dem Stand aufzufliegen. So können Sie jeden Unruhestifter verwirren, indem sie mit den kleinen Flügeln um seinen Kopf herumwedeln. Dabei wird niemand verletzt und viel Schaden in der Tierwelt kann so verhindert werden.

„Wir bieten diesen Service aus Überzeugung an“, erklärten die beiden Teichhühner. „Auch wir möchten, dass unsere Kinder in Ruhe und Frieden aufwachsen können. So beschützen wir im Februar und März die Gänse, und im April und Mai achten die Gänse auf unsere Nester.“

An einer solchen Regelung können sich doch auch andere intelligente Lebewesen ein Beispiel nehmen – oder?

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Krüppelchen: ist dieses Blässhuhn noch zu retten?

Wer in den letzten Wochen am Kuhmühlenteich war, hat es vielleicht gesehen: Ein Blässhuhn, mit einem völlig schiefen Bein, das es gar nicht mehr zum Laufen, sondern nur noch zum Abstützen benutzen kann. „Krüppelchen“, wie ich dieses Hühnchen nenne, hatte ehemals einen Farbring mit der Nummer SP3.

Es wurde im Januar 2011 beringt und seine Beine waren zu diesem Zeitpunkt völlig normal. Bereits im März machte ich über SP3 folgende Notiz: „stürmische Liebesspiele mit dem Partner, einschließlich gegenseitiges Zerren am Halsgefieder.“ Dies ist bei Blässhühnern ein ausgesprochener Beweis für eine leidenschaftliche erotische Beziehung. Im Jahre 2011 hatte Sp3 drei Junge, im Jahre 2012 wurde keine Brut gesehen. Das große Unglück mit dem Bein geschah im Jahre 2013. 

Wieder einmal hatte SP3 mit unberingtem Partner gebrütet. Das Brutrevier befand sich am Westufer der Außenalster und die beiden Partner hatten bereits im Mai ein Junges. Im Juli befand sich die Kleinfamilie immer noch in diesem Revier in einem Schilfgürtel. Bei einem Kontrollgang bemerkte ich, dass SP3 seinen Fuß mit dem Aluring beim Schwimmen kaum noch bewegen konnte. Die Verletzung war zu diesem Zeitpunkt wohl  ganz frisch, aber ich konnte SP3 nicht helfen. Der Bereich mit dem Schilfgürtel war durch einen Maschendrahtzaun zum Land hin geschützt, so dass SP3 weder Störungen durch Hunde noch durch Spaziergänger zu befürchten hatte. Allerdings war es auch ganz unmöglich das Blässhuhn einzufangen.

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So verblieb der verletzte Fuß in einer Fehlstellung und wurde nicht behandelt. SP3 aber überlebte trotz der heftigen Schmerzen, die ihm diese Verletzung bereitet haben musste. Da das Bein nicht eingerenkt oder durch eine Schiene ruhig gestellt wurde, verwuchs es in einem rechten Winkel am oberen Fußgelenk. Sp3 kann nun die Zehen nicht mehr zu auftreten benutzen, sondern stützt sich mit dem gesamten Tarsus ab. Das macht die Fortbewegung mühsam. 

Im Oktober 2013 wurde dann der Aluring am verletzten Bein auf das gesunde Bein umgesetzt. Der Farbring wurde entfernt, damit SP3 nicht unnötig behindert wird.

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 „Krüppelchen“, das ehemalige Blässhuhn SP3, hat eine neue Fortbewegungstechnik entwickelt. Es bewegt sich nur noch hüpfend und mit Hilfe der Flügel fort. So braucht er viel Platz und kann sich in Blässhuhn-Gruppen nicht unauffällig hindurchschlängeln. Die anderen Blässhühner reagieren darauf teils mit Picken und Hacken, teils mit großer Betroffenheit.IMG_1106

Viele bewundern auch seine Zähigkeit und seinen festen Willen, mit den Einschränkungen der Körperbehinderung fertig zu werden. Immer wieder schleicht sich Krüppelchen nahezu unbemerkt an Spaziergänger heran, und lässt sich füttern. Ob es noch tauchen kann, weiß ich nicht, es verlässt aber oft das Gewässer, um Gras zu fressen.

IMG_1096Krüppelchen hat eine ungeheuere und auch unbegründete Zutraulichkeit zu Menschen entwickelt. Es lässt sich sehr gerne aus der Hand füttern und hält so gut wie keinen Sicherheitsabstand zu Erwachsenen und kleinen Kindern. Mir macht es immer etwas Sorgen, dass dieses Blässhuhn so gar keine Scheu zeigt. Immerhin ist es in seiner Fluchtfähigkeit stark eingeschränkt. Es kann nicht zum Fluchtflug starten, denn dazu müsste es Anlauf nehmen können, und es kann auch nicht so schnell rennen wie andere Blässhühner.

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Allerdings ist Krüppelchen auch sehr gelenkig. Hier zeigt es seine Fähigkeit, sich mit dem verkümmerten Bein an Kopf und Brust zu kratzen.

Seit über einem halben Jahr überlebt „Krüppelchen“ nun schon mit dieser schweren Behinderung. Ich wünsche ihm sehr, dass es heil durch den Sommer kommt und nicht etwa von einem freilaufenden Hund erwischt wird. Ob es wohl noch mal einen Partner finden und brüten wird?

 

 

 

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Blässhuhn O61: alt, krank und ein Krieger!

Blässhuhn O61 treibt sich, wie so oft, gerade am Kuhmühlenteich in Hamburg herum. Normalerweise ist er sehr zutraulich. Er hält nichts davon ausgestreute Haferflocken vom Boden aufzulesen – nein, er frisst sie vorzugsweise aus menschlichen Händen. Als ich ihn gestern besuchte, war O61 allerdings nicht so zutraulich wie sonst. Es dauerte eine Weile bis ich den Grund herausfand: O61 hat eine schwere Entzündung am linken Auge und er hält das Auge halb geschlossen. Wahrscheinlich ist er zur Zeit auf einer Seite blind und  hält deshalb zu Menschen einen größeren Sicherheitsabstand.

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O61  schon mindestens zehn Jahre alt.  Damit hat er auch viel Lebenserfahrung und weiß, wie man sich als Wildtier im Überlebenskampf durchsetzt. So lässt er sich  durch sein entzündetes Auge keineswegs vom Kämpfen abhalten. Gerade jetzt sind viele Blässrallen besonders rauflustig, denn die Brutzeit ist nicht mehr fern. Das Kräftemessen mit den Artgenossen beginnt bereits, um bald ein möglichst gutes Revier abstecken zu können.

O61 fiel gestern allerdings dadurch auf, dass er versuchte einen Erpel einzuschüchtern. Er streckte sich und nahm eine Drohhaltung ein.

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Als  das nichts half, schrie O61 schrill los und das klang wirklich nicht schön. Wie man sieht, war der Erpel angemessen beeindruckt und wich erst einmal zurück.

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Wer zuerst wegguckt hat verloren! Wer von uns Menschen kennt diese Art des Kräftemessens nicht auch! Hier starrt O61 eine Rabenkrähe an, die allerdings eher gelassen reagierte und meditativ seinen Blick erwiderte.Kuhmühlenteich_20140210_048

Dass O61 so kämpferisch ist, beeindruckt auch die Weibchen. Hier sieht man die hübsche W07, wie sie laut Beifall ruft.

Kuhmühlenteich_20140210_058O61 ist eines der sogenannten beringten Methusalem-Blässhühner in Hamburg. Sein Alter beträgt mindestens 10 Jahre, er kann aber durchaus auch älter sein. Da ausgewachsene Blässhühner sich nicht eindeutig vom Alter her bestimmen lassen, war er 2007, als er seinen Farbring erhielt, mindestens 3 Jahre alt – oder eben älter.

 

 

 

 

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Wie Blässhühner und Teichhühner Weihnachten feiern!

Unaufhaltsam rückt Weihnachten näher. Auch bei den Wasservögel ist das ein großes Thema. Das milde Wetter sorgt momentan für eine gute Ernährungslage bei den Blässhühnern, da überall nach Muscheln getaucht werden kann. Manche blicken aber sehnsuchtsvoll zurück auf das Jahr 2012, als es im Winter mehr Schnee und Eis gab. Wie kommt es zu dieser ungewöhnlichen Einstellung?

Kuhmühlenteich_20130315_047blog„Naja“, sagt dieses Blässhuhn-Männchen vom Kuhmühlenteich „Eislaufen ist einfach ein Vergnügen: flügelschlagend Anlauf nehmen und Rrrrutscheeen! Das macht Spaß und ist gut für Herz und Kreislauf“.Kuhmühlenteich_20130315_048blog

Es werden aber auch andere Stimmen laut: „Na, ich weiß nicht“, meint dieses Teichhuhn vom Kuhmühlenteich  „das Rutschen ist ja ganz schön, aber auf das Einbrechen im dünnen Eis kann ich wirklich gerne verzichten!“Kuhmühlenteich_20130315_005 (1)blog

Kuhmühlenteich_20130315_001 (1)blogFreundlicherweise zeigte uns dieses Blässhuhnpaar vom Wandsbeker Mühlenteich Familienfotos aus dem vergangenen Jahr. „Eis und Schnee und ein schöner Weihnachtsbaum“, seufzte das Weibchen „Das ist sooo romantisch!“Wandsbeker MT_20130122_007blog

Hier sieht man noch einmal Ihren Gatten, bevor er den Schmuck am Tannenbaum anbringt und die gegrillten Muscheln serviert, die es bei diesem Paar jeden Heilig Abend gibt.Wandsbeker MT_20130122_030blog

„Zwar sind die Kinder schon seit August aus dem Revier, aber auch für Erwachsene ist Weihnachten immer wieder etwas Besonderes“, meint der mehrfache Blässhuhn-Vater.

Drücken wir Menschen also den Wasservögeln die Daumen: immer eine Handbreit Wasser unterm Gefieder, viel Nahrung und trotzdem auch noch Romantik und Spaß!

 

 

 

 

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Blässhuhn-Schlafgemeinschaft

Es war an einem späten Nachmittag in September, als ich mal wieder an der Außenalster West Blässhühner zählen wollte. Ich zählte zunächst 30 Exemplare auf den Steinbuhnen in der Nähe der amerikanischen Botschaft. Eine halbe Stunde später waren es 40 Blässhühner, eine weitere halbe Stunde später über 60 Stück. Da begriff ich: es handelte sich um eine Schlafgemeinschaft! An dieser Stelle sammeln sich alle Blässhühner aus dem Bereich der Außenalster zum gemeinsamen Übernachten. Dabei geht es hoch her!

Eine besondere Konfliktsituation ergibt sich schon dadurch, dass besonders Einzelplätze auf Steinen oder auf kleinen Pflanzeninseln überaus beliebt sind.

Außenalster West_20130909_086blog

Erkennt nun ein Blässhuhn-Schlafanwärter, dass ein Kollege eventuell einen besseren Platz hat, wird zunächst einmal eine deutliche Drohhaltung eingenommen. Vielleicht räumt der Konkurrent ja den bevorzugten Liegeplatz „freiwillig“.

Geh mal weg da!

Geh mal weg da!

Ist der Rivale nicht willig sofort zu verschwinden, kommt es zu einem schrillen
gegenseitigen „Anschreien“. Richtige Kämpfe finden am Abend nicht mehr statt. Man sieht keine Blässrallen, die sich anspringen und mit den Füßen kämpfen.

Das ist MEIN Platz hab ich gesagt!

Das ist MEIN Platz hab ich gesagt!

Interessant ist, dass auch ab und zu Gäste zum Blässhuhn-Schlafplatz kommen: wie dieser Graureiher. Hier handelt es sich um einen ausländischen Besucher der naheliegenden Botschaft. Er nutzt die Dämmerung zu einer Inkognito-Landung, denn in der Nacht sind bekanntlich alle Reiher grau.Außenalster West_20130909_026blog

Hilfsbereite Fluglotsen helfen beim Landen und Freihalten der erforderlichen Luftwege.

Flug Graureiher 001 bitte hier lang!

Flug Graureiher 001 bitte hier lang!

Kleinere Flughühner landen selbstständig.

Und das Gleichgewicht halten - geschafft!

Und das Gleichgewicht halten – geschafft!

Ganz ähnlich wie bei uns Menschen ist auch das abendliche Hygieneverhalten der Blässhühner! Vor dem Schlafengehen wird gebadet, der Schnabel geputzt und das Gefieder geordnet.

Sich Frischmachen nach einem staubigen Tag!

Sich frisch-machen nach einem staubigen Tag!

Wer das abendliche Spektakel an der Außenalster West selbst ansehen möchte, der ist herzlich eingeladen. Zeigen Sie auch gerne ihren Freunden oder Bekannten dieses lebhafte Treiben.  Wer weiß, vielleicht wird es parallel zum „Gänsetourismus“  noch zur Entwicklung eines richtigen „Blässhuhntourismus“ in Hamburg kommen.

Abends am Schlafplatz
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Teichhühner und Schokoriegel

In Hamburg entwickelt sich bei jugendlichen Teichhühnern ein neuer Trend! Viele ergänzen ihre pflanzliche Nahrung ab und zu durch Leckereien, wie sie auch bei Menschen beliebt sind. Besonders knackige, süße Schokoriegel finden immer wieder guten Absatz bei adoleszenten Teichhühnern.

Kuhmühlenteich_20131022_026 Hier sieht man ein drei Monate altes Teichhuhn, das am Kuhmühlenteich aufgewachsen ist. Es bevorzugt den Schokoriegel „Lion“. „Das knackt so herrlich im Schnabel“, begründet dieses Junghühnchen seine Wahl. Eine Blässralle dagegen wurde in der Brutzeit beobachtet, wie sie immer wieder versuchte, die Folie von einem Marsriegel in ihr Nest einzuarbeiten. Das widerspenstige Papier entfaltete sich immer wieder und ließ sich nur schlecht unter die Zweige des Nestes stecken. „Als Nistmaterial völlig ungeeignet“, befand der frustrierte werdende Vater.

Was natürlich ganz wichtig ist, ist, dass nicht alle Rallen – egal ob Bläss- oder Teichrallen – ihren Müll am Ufer liegen lassen. Hier ist eine gute Erziehung gefragt und das verantwortungsvolle Vorbild der Erwachsenen. Wie man sieht, klappt es mit dem Aufräumen dann sehr gut. Das Teichhühnchen auf dem Foto ist gerade unterwegs zum nächsten Papierkorb.Kuhmühlenteich_20131022_028

Kleiner Hinweis für die Stadtplaner: wenn zur Abwehr von Rabenkrähen verschließbare Papierkörbe in Parkanlagen installiert werden, so müssen für Rallen zusätzlich kleinere offene Papierkörbe zur Verfügung stehen.

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Teichhuhn sucht Freund: Maurice und Stella

Dies ist Maurice. Er ist noch nicht ganz erwachsen, aber schon recht groß. Maurice hat drei Geschwister. Alle schlüpften in diesem Mai als Küken von Ganther 500 und seinem unberingten Weibchen. Da die beiden das erste Mal Kinder hatten, wurden Maurice und seine Geschwister ganz schön verhätschelt.

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Um so mehr getroffen war Maurice, als sich eine schmerzhafte Entzündung unter seiner linken Mittelzehe bildete. So sehr er auch jammerte und klagte, weder seine Eltern noch seine Geschwister konnten ihm helfen.

Hier sehen Sie die kleine Stella. Sie ist noch nicht einmal drei Wochen alt. Auch sie hat drei Geschwister, die alle am Kuhmühlenteich geschlüpft sind. Hier ist Stella allerdings allein unterwegs. Und sie muss feststellen, dass die meisten Parkbänke für kleine Teichhühner viel zu hoch sind. Das findet sie ganz schön frustrierend.

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Als Maurice und Stella sich zufällig am Kuhmühlenteich bei der Futtersuche trafen, kamen sie schnell ins Gespräch. Sie stellten sofort fest, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben: Sie sind in diesem Jahr geschlüpft, haben jeder drei Geschwister und alle beide finden sie das Leben manchmal echt anstregend.

Kuhmühlenteich_20130816_073blogFür Stella, die ja noch ganz wenig Lebenserfahrung hat, war es sehr hilfreich, dass Maurice ihr mit Rat und Tat zur Seite stand. Er zeigte ihr, wo sie das saftigste Gras finden konnte. Außerdem warnte er sie eindringlich vor den Gefahren des Großstadtlebens: „Schnabel weg von von den Kippen“, sagte er mit brüderlicher Fürsorge zu Stella.

Kuhmühlenteich_20130816_077blogSeit sie sich kennen, geht es Maurice und Stella viel besser. Zugegeben, die Parkbänke sind nicht niedriger geworden und auch die schlimme Stelle an Maurices Fuß ist noch nicht ganz verheilt. Aber mit einem Freund und einer Freundin, lassen sich die Klippen und Unebenheiten im Leben viel leichter aushalten. 

Kuhmühlenteich_20130816_079blog„Was kostet die Welt?“ scheinen diese beiden ungewöhnlichen Freunde zu fragen.“Gemeinsam werden wir schon alle Aufgaben meistern, die das Leben uns stellt!“

 

 

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Teichhuhn-Restaurant in Planten un Blomen

Teichhühner besiedeln gerne kleinere Gewässer. Dabei bevorzugen sie ganz besonders Gewässer in Parks. Warum? Sehen Sie selbst!

Teichhuhn-Junges schlendert im Park

Teichhuhn-Junges schlendert im Park

Im Sommer erblühen hier die schönsten Blütenrestaurants. Teichhühner sind feingliedrige, empfindsame Geschöpfe. Für sie ist entscheidend, dass Nahrung nicht nur den Magen füllt, sondern auch andere Sinne anspricht. Die Farbenpracht und die zarte Textur von Blüten, bevorzugen Teichhühner besonders.

OB ALLEINE

Ich mag am Liebsten die roten Blüten

Ich mag am Liebsten die roten Blüten

Zu Zweit

Tolles Geschmackserlebnis - in der Tat!

Tolles Geschmackserlebnis – in der Tat!

Teichhuhn Geschwister im Restaurant

Teichhuhn Geschwister im Restaurant

Oder mit der ganzen Familie …

… es lohnt sich immer wieder, mal lecker Blüten essen zu gehen. Selbstverständlich achten umweltbewusste Teichhühner beim Konsum auf Nachhaltigkeit. Sie nehmen sich nur so viele Blüten, wie sie eine Pflanze gut wieder ersetzen kann.

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Blässhuhn SX7 und sein Beschützer

Vor einigen Wochen erhielt ich einen Anruf von einem Herrn aus der IT-Branche. Es handelte sich aber nicht darum, mir einen neuen PC zu empfehlen oder mich zum Abschluss eines neuen Internetvertrages zu überreden. Nein – wie könnte es anders sein: Es ging um Blässhühner in Not!

Björn L., mit dem ich telefonierte, ist ein großer Tierfreund. Außer seinem Hund Benny, den er aus Griechenland vor dem sicheren Tode gerettet hat, mag er auch viele andere Tiere. Wenn ein Tier leidet, so geht ihm das sehr nahe. Aus diesem Grund hatte er auch schon ein Taubenküken großgezogen. Es wurde, als es noch ganz klein war, „Torben“ genannt. Später entpuppte es sich als Weibchen,  das inzwischen mit dem schmucken Täuberich „Mokka“ verpaart ist. Torben und mokka

Aber zurück zum HUHN. Blässhuhn SX7 wurde in diesem Winter an der Außenalster bei Schwanenwik beringt. Er war zu diesem Zeitpunkt schon ausgewachsen, d.h. eine genaue Altersbestimmung war nicht mehr möglich. Zur Brutzeit wanderte er ab in den Mittelkanal und baute gegenüber des ESSO-Tankstelle bei Berliner Tor mit seinem unberingten Weibchen ein Nest.20130715_162221

Der Neststandort war ein Betonabsatz unterhalb eines Bürogebäudes. Viel Grün war nicht zu sehen, aber das neue Heim lag zentral, und es gab jederzeit gute Verkehrsanbindungen in viele andere Hamburger Gewässer. Windgeschützt schmiegt sich das Nest in eine Mauernische. Außerdem arbeitete in der Nähe der Tierfreund und Tierbeschützer Björn L. was SX7 zu diesem Zeitpunkt aber nicht wissen konnte.

Löhrer_20130710_183027 Schließlich schlüpften die kleinen Blässhühner. Björn L. entdeckte sie in einer Mittagspause, die er am Kanal verbrachte. Er schoss einige Fotos von der reizenden jungen Familie.

Nach einigen Tagen bahnte sich allerdings ein Unheil an. Bedingt durch längere Perioden der Trockenheit, fiel der Wasserpegel im Kanal. Für die erwachsenen Blässhühner war das kein Problem, aber die kleinen Blässhühner mit ihren kurzen Beinen und ihren Stummelflügeln wurde das Leben schwierig. Konnten sie vorher ohne Schwierigkeiten den Betonabsatz erreichen, so war jetzt die Differenz zwischen Wasserpegel und Neststandort viel zu groß geworden. Sie konnten diesen Abstand aus eigener Kraft nicht mehr überwinden.

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Die kleinen Küken versuchten immer wieder erbärmlich fiepend auf das Nest zurückzugelangen. Ohne Erfolg. Da hatte Björn L. eine geradezu geniale Idee. Er installierte einen Lift. Mit einem Fahrradkorb, den er ins Wasser senkte, hob er die kleinen Blässhühner hoch zum Nest. Erleichtert und begeistert kuschelten sich die Küken dort ein.

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Zusätzlich wurde von Björn L. und von einem anderen unbekannten Helfer jeweils noch eine Brücke angebracht, die in den Kanal reichte. Leider waren die Blässhuhnküken zu unbeholfen, um diese Brücken zu nutzen. Möglicherweise müssen solche Brücken dichter am Nest angebracht und mit Tritthilfen, wie Querstreben oder Ästen versehen werden. Auch den Blässhuhneltern gelang es nicht, ihre Küken wieder aufs Nest zu bugsieren.

Am nächsten Tag waren alle Küken verschwunden. Im Mittelkanal schwimmen große Fische. Ein oder zwei von Ihnen hatten vermutlich eine leckere „Hühnchenmahlzeit“. Das ist für die Blässhuhneltern und die beobachtenden Menschen zwar traurig, man darf aber nicht vergessen: auch Fische wollen leben.

Bemerkenswert ist aber für mich, wie viele engagierte Tierfreunde es gibt, die dort helfen wollen, wo sie es können. 

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Teichhuhn „Mutter Courage“ und seine Kinder

Heute hatte ich bei Planten un Blomen ein tolles Erlebnis. Eine zierliche Teichhuhnmutter pickte mir nach anfänglichem Zögern Haferflocken aus der Hand. Sie tat es aber nicht für selbst. Nein, sie hatte 4 Junge im Teenageralter, die trillernd bettelten. Jedes Flöckchen wurde sofort zu einem der Kinder gebracht. Für mich war es neu, dass Teichhühner, die im Allgemeinen sehr scheu sind, überhaupt so nahe an Menschen herankommen. Ich taufte die Mutter daraufhin „Mutter Courage“.Planten un Blomen_20130717_221

Neu war für mich auch das Trillern als Bettellaut. Bis dahin kannte ich nur das zarte Piepsen der hungrigen Kleinen. Mutter Courage war nicht nur couragiert, sondern auch klug. Als ich sie nicht mehr fütterte, versuchte sich von selbst sich der Quelle der begehrten Haferflocken zu nähern. Für Ihre Kinder scheute sie kein Risiko.Planten un Blomen_20130717_228z

Der Unterschied zwischen Mein und Dein – Geben und Stehlen verschwamm für Mutter Courage im Eifer des Füttertriebes. Sie wühlte entschieden meine Tasche durch, ohne dazu eine ausdrückliche Erlaubnis eingeholt zu haben.Planten un Blomen_20130717_233z

Etwas befremdend war für mich der Besitzerstolz, den sie triumphierend zeigt, als sie meine Tasche erobert hatte. Als Vorbild für die jungen Teichhühner finde ich dieses mütterliche Verhalten etwas problematisch.Planten un Blomen_20130717_242zAber was soll’s! Mutter Courage hielt es mit dem Brecht’schen Zitat: „Erst kommt das Fressen und dann die Moral!“ Man muss ihr zugute halten, dass sie nichts von dem gestohlenen Futter für sich selbst behielt. Sie riskierte das Gefängnis, nur um ihre Kleinen zu füttern.Planten un Blomen_20130717_201Bei soviel Mut und Entschlossenheit gab ich schließlich nach. Ich legte die Tüte mit den Haferflocken aufs Gras. Mutter Courage und ihre Kinder konnten sich dann selbst bedienen.

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